WICHTIGEr HINWEIS

Wir bedauern es sehr, mitteilen zu müssen, dass angesichts der bundesweiten Schließung kulturellen Einrichtungen im November das 8. Días de Cine verlegt werden muss.

Ein neues Datum wird sobald wie möglich hier bekannt gegeben, aber wir müssen die Entwicklung der Situation erstmal abwarten.

 

Bis dahin, bleiben Sie gesund!

 

Herzliche Grüße,

Team Días de Cine

 

Update von 20.11.2020:

Leider werden schon gekaufte Eintrittskarten nicht automatisch für das neue Datum des Festivals benutzt werden können. Deswegen bitten wir Sie, online gekaufte Karten (PDF-Datei) an rueckerstattung@dff.film zu schicken. Bitte schicken Sie auch Ihre IBAN-Nummer für die Rückerstattung. Vielen Dank!

Liebe Filmfreunde,

 

in einem ungewöhnlichen Jahr wie 2020, wo Zusammensein, Mobilität, Freiheit und das Leben selbst neu gedacht werden müssen, haben wir überlegt, ob es Sinn machte, das Festival zu veranstalten. Für uns war es klar, dass es fast unmöglich wäre, wie üblich während des Festivals, Gäste – besonders aus Lateinamerika – vor Ort zu haben. Auch die schönen Begegnungsmomente im Foyer des Kinos, wo sich seit acht Jahren die lateinamerikanische Community und Freunde bei einem Glas chilenischen Weins oder kolumbianischen Arepas über Kino und die Welt austauschen konnten, kann es dieses Jahr in der Form leider nicht geben.

 

Aber in Zeiten dichter Grenzen und erschwerten Reisemöglichkeiten finden wir es umso wichtiger, zumindest im Kino auf Reise gehen zu können und wollten uns bemühen, dringend benötigte Kulturräume am Leben zu erhalten, um über unsere Rolle in der Welt nachzudenken. Deshalb begrüßen wir Sie wieder zu den Días de Cine 2020, diesmal mit einigen Online-Gesprächen mit Gastregisseuren.

Auf der Leinwand werden wir dieses Jahr die Topographie der südamerikanischen Gebirge neu entdecken: von der Sierra Nevada de Santa Marta (Thinking like a mountain)  bis zu den Anden (La cordillera de los sueños) sind viele Geschichten auszugraben. Die eigene Vergangenheit zu klären, um heute in Frieden zu leben, streben auch Kinder von verschwundenen Eltern (Nuestras madres), und Freunden, die hinter gelassen wurden (A media voz). Nicht nur die eigene, individuelle Geschichte, sondern auch die des Landes wird dank des Filmschaffens neu betrachtet (La revolución y la tierra). Die Magie des Kinos bringt auch eine gewisse Unsterblichkeit: zumindest auf der Leinwand leben weiterhin Menschen (Lemebel) sowie Orte (Once upon a time in Venezuela), die es sonst nicht mehr gäbe. Und was ist mit Sachen wie eine Stimme, die es vielleicht doch nicht gibt, außer wenn sie einen Körper bewohnt (Vaga Carne)? Viele Fragen und vielleicht sogar einige Antworten finden wir in einer Festival-Edition, wo Dokumentarfilme einen besonderen Platz haben – in einem Moment, wo die Wirklichkeit uns oft überfordert, ist es wichtig, auf andere Realitäten zuzuschauen und neue Perspektive zu gewinnen.

 

© 2020 DÍAS DE CINE